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Reinigungsanleitung

A) Allgemeines

Marktforschungen, Untersuchungen und vor allem praktische Erfahrungen belegen, dass Keramik im Vergleich zu anderen Belagsmaterialien hervorragend abschneidet. Vor allem dauerhafte Schönheit und leichte Reinigung bei gleichzeitig hoher Funktionalität in privaten wie in öffentlichen Bereichen zählen zu den entscheidenden Kriterien.

Unsere Produkte sind qualitativ hochwertige Markenartikel. Alle glasierten und unglasierten Materialien zeichnen sich durch Oberflächen aus, die beste Voraussetzungen für problemlose Reinigung bieten.

Bitte beachten Sie bei allen Reinigungsmitteln die Gebrauchsanweisungen und Gefahrenhinweise des jeweiligen Herstellers. Für Schäden, die aus der Nichtbeachtung dieser Anweisungen und Hinweise resultieren, können wir verständlicherweise keine Haftung übernehmen.

Keinesfalls Reinigungsmittel verwenden, die Flusssäure oder deren Verbindungen (Fluoride) enthalten. Diese greifen auch bei starker Verdünnung die Keramik an.

B) Grundsätzliches

Eine Binsenweisheit, aber nach wie vor richtig: Schmutz, der nicht herein getragen wird, braucht nicht abgereinigt werden! Abstreifroste, Fußmatten, Sauberlaufzonen vor dem Eingangsbereich halten eine Menge Schmutz ab.

Bei der Reinigung gelten folgende Grundprinzipien:

  1. Auswahl des geeigneten Reinigungsmittels

  2. Dem Reinigungsmittel Zeit lassen, den Schmutz zu unterwandern und anzulösen

  3. Vorgang mechanisch unterstützen: Bürsten oder wischen in geeigneter Form; keine sog. Pads oder Bürsten mit Schleifkornzusatz verwenden!

  4. Den gelösten Schmutz gründlich aufnehmen, wegspülen oder absaugen.

 

C) Bauendreinigung oder Erstreinigung

Darunter versteht man die Bauschlussreinigung, unmittelbar nach Fertigstellung des Belages. Nachdem grober Schmutz abgekehrt worden ist, erfolgt die gründliche Reinigung unter Zugabe des geeigneten Reinigers.
Für die Entfernung von Zementschleiern, also Resten von hydraulisch abbindenden Verlege- und Verfugmaterialien, eignen sich nur saure Reinigungsmittel, so genannte Zementschleierentferner.
Saure Reiniger greifen Fugen auf Zementbasis an. Daher die Fugen durch Vornässen schützen und nach der Anwendung den Belag gründlich klar spülen, eventuell neutralisieren.
Allgemeinschmutz lässt sich am besten mit alkalischen Reinigern oder neutralen Reinigern entfernen.

D) Unterhaltsreinigung

Der „Alltagsputz“ ist problemlos und wird – je nach Schmutzanfall und Nutzung – in unterschiedlichen Abständen notwendig sein: wöchentlich, täglich, bei besonders intensiver Begehung mehrmals täglich. Allgemein reicht zur Unterhaltsreinigung Wasser mit handelsüblichen Reinigern. Pflegemittelhaltige Reiniger sind nicht notwendig und auf Dauer eventuell sogar problematisch: es können sich klebrige Fett-, Wachs- und Kunststoff-Schichten aufbauen, die die Optik, Hygiene, Trittsicherheit und Reinigung negativ beeinflussen.

E) Grundreinigung und Fleckenbeseitigung

Bei der Grundreinigung handelt es sich um eine intensive Zwischenreinigung. Durch Einsatz von Spezialreinigern, erhöhter Einwirkungszeiten, verstärkter mechanischer Unterstützung durch Bürsten wird der Belag gründlich gereinigt.

Für die Beseitigung der gängigsten Verfleckungen eignen sich folgende Mittel:

Kalkablagerungen, Urinstein, Rostflecken und Metallabrieb:
saure Reiniger, Fugen auf Zementbasis gründlich vornässen, sauren Reiniger durch klar spülen oder neutralisieren nach der Einwirkungszeit vollständig entfernen.

Teer, Bitumen, Farbkleckse, Reste von Dehnungsfugen und kunstharzvergütete Medien:
Hier eignen sich organische Lösungsmittel, wie z. B. Benzin, Aceton oder so genannte Abbeizpasten am besten.

Epoxidharze:
Mit Abbeizpasten oder speziellen Reinigungsmitteln ist eine Entfernung möglich.

Öle, Fette, Wachse:
Stark alkalische Reiniger sind in der Lage, diese Stoffe anzulösen und zu entfernen. Bei extremer Verunreinigung kann die Wirkung durch Lösungsmittel unterstützt werden. Unglasierte Keramik ohne Vergütung oder Imprägnierung kann eventuell durch Öle, Fette oder gefärbte Flüssigkeiten eine Verfleckung aufweisen, die nicht mehr vollständig zu entfernen ist.

Gummiabrieb, Bleistiftstriche:
Ein chemisches Lösen über Reinigungsmittel ist nicht möglich. Hier ist nur eine mechanische Entfernung durch Reiben oder Bürsten, eventuell unterstützt mit Scheuerpulver wirksam.

F) Unglasierte keramische Beläge

Unglasierte, nicht oberflächenvergütete Keramik sollte vorbeugend imprägniert werden, wenn vorhersehbar ist, dass gefärbte Flüssigkeiten, Fette oder Öle auf den Belag einwirken.

Alle unglasierten Beläge mit werksseitiger Protecta-Vergütung sowie Serie Quantum brauchen und dürfen nicht imprägniert werden. Ähnlich wie bei glasierter Keramik kann die Imprägnierung nicht eindringen und bleibt dann auf der Oberfläche als Schmierschicht zurück.

G) Trittsichere keramische Beläge

Unser Sortiment beinhaltet eine breite Palette trittsicherer glasierter und unglasierter Serien. Diese
Produkte sind „maßgeschneidert“ für den Einsatz in Gewerbe, Industrie, öffentlichen Bereichen odeer
nassbelasteten Barfußbereichen wie Schwimmbädern, Duschen, Saunen etc. Sie haben je nach
Anwendungsgebiet ebene, mikroraue oder profilierte Oberflächen. Trittsichere Oberflächen sind am
Effizientesten maschinell zu reinigen mit Bürstenmaschinen, Hochdruck- oder Dampfreinigern. Die Verfugung muss dabei auf die erforderliche Reinigung abgestimmt sein. Schleifmittelhaltige Bürsten oder Pads dürfen dabei keinesfalls zum Einsatz kommen, da sie die Trittsicherheit erniedrigen. Reinigungsmittel, -gerät und -methode muss dabei auf die Schmutzart und den Anwendungsbereich abgestimmt sein. Reste von Reinigungs- oder Desinfektionsmitteln machen den Bodenbelag glitschig, deshalb gründlich klar spülen. Filmbildende Reinigungsmittel beeinflussen die Trittsicherheit ebenfalls negativ.

Für die Grundreinigung und die laufende Unterhaltsreinigung sind alkalische Reinigungsmittel zu verwenden. Bei weichem Wasser ist nur gelegentlich (je nach Wasseranfall und -härte wöchentlich oder monatlich) eine saure Reinigung erforderlich. Härteres Wasser erfordert entsprechend häufiger den Einsatz von sauren Reinigungsmitteln.

Eine Auswahl an geeigneten Reinigungsmitteln kann der RK-Liste (Liste geprüfter Reinigungsmittel für keramische Beläge in Schwimmbädern) von der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen entnommen werden.
 

H) Poliertes Feinsteinzeug

Hier empfehlen wir nach der Bauendreinigung den trockenen und sauberen Belag zu imprägnieren. Eine einmalige Durchführung verbessert die Pflegeleichtigkeit, Flecken von Schmutz, Öl und gefärbten Flüssigkeiten können dann erheblich leichter entfernt werden.

I) HT-veredelte keramische Beläge (Wand und Boden)

Überall da, wo besonders leichte Reinigung und perfekte Hygiene gefragt sind, bewährt sich HT. Die Oberflächenveredelung für Wand- und Bodenfliesen bietet drei wichtige Vorzüge:

  • Sie ist extrem reinigungsfreundlich
  • Sie wirkt antibakteriell
  • Sie baut störende Gerüche ab.

Die Effekte basieren auf dem Prinzip der Photokatalyse: Der dauerhaft in die Glasur eingebrannte Katalysator Titandioxid löst eine Reaktion zwischen Licht, Sauerstoff und Luftfeuchtigkeit aus. Dabei bildet sich aktivierter Sauerstoff, der Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze, Algen und Moose zersetzt und deren Neubildung behindert.

HT-veredelte Fliesenoberflächen sind hydrophil. Statt abzuperlen, bildet das Wasser einen dünnen Film und unterspült Verschmutzungen, die sich dann einfach entfernen lassen. Die in dieser Form einzigartige Veredelung ist praktisch unverwüstlich. Die photokatalytische Wirkung, die schon durch normale Raumbeleuchtung oder natürliches Licht aktiviert wird, bleibt dauerhaft erhalten.

Für die Reinigung können die gleichen Mittel verwendet werden wie für vergleichbare Keramik ohne HT-Veredelung, mit dem Vorteil, dass die Konzentration des Reinigungsmittels deutlich verringert werden kann. HT senkt somit spürbar die Unterhaltskosten und schont zugleich die Umwelt.

Zu vermeiden sind alle Substanzen, die einen Film bilden (so genannte Pflege- bzw. Glanzprodukte) und die Wirksamkeit von HT beeinträchtigen, weil der Lichteinfall auf die Fliesenoberfläche dadurch behindert wird. Sobald nach der Abreinigung eines solchen Pflegemittelfilms wieder Licht auf die Fliesenoberfläche fällt, wird HT wieder aktiviert.

Die gründliche Entfernung von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln ist ebenfalls sehr wichtig. Sie bilden sonst zusammen in Verbindung mit Feuchtigkeit eine schmierig-klebrige Schicht, die die Trittsicherheit beeinträchtigt und die Aktivierung von HT behindert. Durch HT werden die ursprünglichen Eigenschaften und Vorzüge wie Abriebfestigkeit, Trittsicherheit oder Chemikalien-beständigkeit nicht beeinflusst. Daher können zur intensiven Reinigung auch stark saure oder stark alkalische Reinigungsmittel eingesetzt werden, ohne dass die Veredelung zerstört wird.

Weitere Informationen zum Thema HT finden Sie in unserer Spezialbroschüre.

J) HT-veredelte Fassadenkeramik

Bei der Montage sind Verunreinigungen mit ölig-fettigem oder sonstigem Schmutz nahezu unvermeidlich. Um für die Endabnahme eine saubere Fassade zu erzielen, ist folgendermaßen abzureinigen:


  • Schwach alkalischen oder alkalischen Reiniger in der angegebenen Verdünnung mit einem Schwamm oder Lappen auf der Fassadenkeramik verteilen

  • Mehrmals Abwischen, um ausreichende Einwirkungszeit zu gewährleisten und die Reinigung mechanisch zu unterstützen

  • Mit klarem Wasser nachwischen

  • Eventuell aufgebrachte metallische Abriebspuren können mit einem sauren Reiniger mit Scheuerkorn abgereinigt werden. Dieser Vorgang ist durch mehrmaliges Abwischen mechanisch zu unterstützen.

  • Verunreinigungen wie Lacke oder Farben können mit Abbeizpasten angelöst und entfernt werden.

  • Bei speziellen Verunreinigungen unterstützen wir Sie gerne mit spezifischen Empfehlungen, wobei es quo natura hilfreich ist, wenn Sie die Art der Verunreinigung kurz benennen.

Die Unterhaltsreinigung der Fassade wird an allen direkt beregneten Flächen dank werkseitiger HT-Veredelung von Sonne und Regen übernommen: Aufgrund der hydrophilen Oberfläche bildet Regenwasser einen dünnen Film, der Verschmutzungen unterwandert und zu einem „self-washing“-Effekt führt. So wird jeder Schauer zu einem kostenlosen Reinigungsvorgang.

Weitere Informationen zum Thema HT finden Sie in unserer Spezialbroschüre.
 

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