Page 372 - Lieferprogramm Agrob Buchtal 2020
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6.22 TECHNISCHE INFORMATIONEN
 Klasse 0
Glasierte Fliesen und Platten dieser Klasse werden nicht zur Herstellung vom Bodenbelägen empfohlen.
Klasse 1
Bodenbeläge in Bereichen, die hauptsächlich mit Schuhen mit weicher Sohle oder barfuß ohne kratzende Verschmutzung begangen werden (z.B. Wohnbäder und Schlafzimmer ohne direkten Zugang von außen).
Klasse 2
Bodenbeläge in Bereichen, die mit weichen besohlten oder normalen Schuhen mit höchstens geringen Mengen kratzender Verschmutzungen gelegentlich begangen werden (z.B. Räume
in Wohnbereichen von Häusern, mit Ausnahme von Küchen, Eingängen und ähnlichen Räumen, die häufig begangen werden). Dies gilt nicht für Sonderfußbekleidung z. B. Nagelschuhe.
Klasse 3
Bodenbeläge in Bereichen, die mit normalen Schuhen häufig mit geringen Mengen kratzender Verschmutzung begangen werden (z.B. Wohnküchen, Flure, Korridore, Balkone, Loggien und Terras- sen). Dies gilt nicht für Sonderfußbekleidung z. B. Nagelschuhe. Klasse 4
Bodenbeläge, die bei regelmäßiger Nutzung mit geringen Mengen kratzender Verschmutzung begangen werden, so dass die Beanspruchungen stärker sind als bei Klasse 3 (z. B. gewerbliche Küchen, Hotels, Ausstellungs- und Verkaufsräume).
Klasse 5
Bodenbeläge, die durch starken Fußgängerverkehr über lange Zeiträume mit geringen Mengen kratzender Verschmutzung bean- sprucht werden, so dass die Beanspruchungen die äußersten sind, unter denen glasierte Fliesen und Platten anwendbar sein können (z. B. öffentliche Bereiche wie Einkaufszentren, Eingangshallen auf Flughäfen, Hotelfoyers, öffentliche Fußwege und industrielle Anwendungen).
Jeder genutzte Bodenbelag unterliegt dem Verschleiß. Dieser
ist abhängig vom Anwendungsbereich und der Häufigkeit der Begehung, von Art und Grad der Verschmutzung, sowie Härte und Verschleißfestigkeit des Belagsmaterials. Während unglasierte Steinzeugbodenfliesen praktisch keine Anwendungseinschrän- kungen erfordern, sind glasierte Bodenfliesen und -platten nach Beanspruchungsgruppen zu unterscheiden. Abstreifer, Matten und dergleichen ermöglichen es, Schmutz und Verschleißmittel abzustreifen und vom glasierten Bodenbelag fernzuhalten. Eine derartige Schmutzschleuse muss besonders für solche Räume vorgesehen werden, die direkt von der Straße oder vom Garten her zugänglich sind.
Extreme Beanspruchung
Dafür empfehlen wir die Verwendung von durchgefärbten, ungla- sierten Fliesen und Platten, die in einer Vielzahl von Farben und Formaten zur Verfügung stehen. Beispiele: Böden mit starkem Publikumsverkehr, wie z. B. in Supermärkten, Hotels, Schulen, Verwaltungsgebäuden, Bahnhöfen, Krankenhäusern, Passagen usw. unter Berücksichtigung mechanischer Beanspruchung.
7. Ausdehnungskoeffizient, DIN EN ISO 10545-8
Der Ausdehnungskoeffizient wird zwischen Raumtemperatur und 100°C ermittelt. Gemessene Werte liegen um ca.
6,0 x 10-6 m/(mxK) bei Steinzeug und ca. 8,0 x 10-6 m/(mxK) bei Feinsteinzeug. Bei 8 m Länge und 50° Temperaturdifferenz ergeben sich somit bei Steinzeug ca. 2,4 mm Längenänderung (bei Estrich/Beton, 4,6 mm und Stahl 5,6 mm).
8. Temperaturwechselbeständigkeit, DIN EN ISO 10545-9
Die Temperaturwechselbeständigkeit wird zwischen 15° und 145° geprüft.
Alle Angaben sowie Zitate aus Produkt- und Prüfnormen sind als unverbindliche Hinweise zu betrachten. Es gelten die jeweils aktuellsten Fassungen.
9. Feuchtedehnung, DIN EN ISO 10545-10
Die Feuchtedehnung wird zwischen getemperten und wasser- gesättigten Proben ermittelt.
10. Glasurrissefreiheit, DIN EN ISO 10545-11
Diese Prüfung erfolgt im Autoklaven bei 500 kPa mit anschließen- der Kontrolle nach Einfärbung.
Glasuren mit Haarrissen/Craquele werden als solche gekennzeichnet und erfordern ein Vornässen des Belages vor dem Verfugen, um Ablagerungen von feinen Partikeln des Fugmörtels in den Haarrissen vorzubeugen. Farbige Fugmassen eignen sich hierbei nicht. Die Glasuroberflächen dürfen nicht mit Filzstift etc. beschrieben werden.
11. Wärmeleitfähigkeit u.ä.
Wärmeleitfähigkeit, -abstrahlung, -speicherfähigkeit und -durchlass- widerstand sind nicht genormt. Bei Steinzeug ergeben sich folgende ca.-Werte:
Wärmeleitfähigkeit: 1 W/mK Wärmespeicherfähigkeit: 0,8 kJ/kgK Wärmeabstrahlung: 5,3 W/m2K4 Wärmedurchlasswiderstand: 0,01m2 K/W
12. Ableitwiderstand
Mit einem Durchgangswiderstand von >1010 Ohm (DIN EN 1081) ist unsere Keramik im trockenen Zustand isolierend. Wir bieten jedoch mit den Serien Eladuct und KerAion ELA 10.6 Keramik für elektrisch ableitfähige Fußböden an. Die Glasur der ELA 10.6 weist einen Oberflächenwiderstand von ca 106 Ohm nach DIN EN 1081 auf. Die Ableitung elektrischer Ladungen erfolgt von der Glasur über leitfähig auszuführende Fugen und Fliesenkleber in elektrisch zu erdende Kupferleitbahnen, die auf dem zu fliesenden Unter- grund verlegt werden. Bei Eladuct ist der komplette Plattenkörper ableitfähig. Der Durchgangswiderstand nach DIN EN 1081 beträgt ca. 108 Ohm. Leitfähige Fugen erübrigen sich hier, ansonsten ist der Unterbau auszuführen wie für ELA 10.6 beschrieben!
13. Dampfdiffusionswiderstand
Der Wasserdampfdiffusionswiderstand ist nach DIN EN ISO 12572 ca. μ 120.000 bei Steinzeug/Spaltplatten und μ 100.000 bei Steingut (ohne Fugenanteile).
14. Frostbeständigkeit, DIN EN ISO 10545-12
Die Frostbeständigkeitsprüfung erfolgt an 10 Stück bzw. > 0,25 m2 Proben. Nach einer Wassersättigung unter Vakuum wird nach 100 Frost-Tau-Wechseln die Unversehrtheit geprüft.
Die Frostbeständigkeit eines Außenbelages ist jedoch nicht allein von der Güte der verwendeten keramischen Fliesen und Platten abhängig. Eine fachgerechte Konstruktion und Verlegung sind zwingend. Beachten Sie dazu bitte unsere Ausschreibungstexte und das Merkblatt des Zentralverbandes des Deutschen Bau- gewerbes „Belagskonstruktionen mit Fliesen und Platten außerhalb von Gebäuden“.
15. Licht- und Farbechtheit
Sowohl glasierte als auch unglasierte Keramik ist auf Dauer licht- und farbecht gemäß DIN 51094.
16. Hellbezugswert
Der Hellbezugswert einer Fliese / Platte beschreibt die Helligkeit der Oberfläche, wie sie das menschliche Auge empfindet. Der Messwert Y = 100 entspricht hierbei der Helligkeit einer absolut weißen Fläche und Y = 0 der einer absolut schwarzen Fläche. Der Hellbezugswert wird bei Unifliesen/-platten ermittelt.
17. Brandverhalten
Keramische Fliesen und Platten entsprechen gemäß EN ISO 13501-1 und DIN EN 14411 der Klasse A1. Sie sind demnach grundsätzlich unbrennbar und somit feuerhemmend. Auch im Brandfall geben sie keine toxischen Emissionen frei.
Preisliste AGROB BUCHTAL 2020, Stand Dezember 2019
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